DIE KIRCHE

 

______________________________________________________________________________________

" Vor der Restauration, muss man sich auch

mit den Details beschäftigen. Und das ist uns wichtig!""

____________________________________________________________________________

"Dr. Ulrich Erdmann, (Kiel) 13.05.2007

Auszug „Grockstädt“, aus: Touren um Querfurt, Bd. 1

(...von Spielberger „Siedlung“ her...)"

Hier geht der Weg nordwärts in einen leicht gewundenen Grasweg zwischen Feldern über, zwischen der parallel verlaufenden B 250 bzw. der stillgelegten Eisenbahnlinie links/ im Westen und dem Panorama der Schmoner Hängen auf der rechten Seite. So halten wir bei einem kleinen Anstieg auf die Kirchturmspitze des entfernteren Nachbarortes Niederschmon zu, den wir aus der Siedlungsmulde herausragen sehen.

Nachdem wir den von Westen (Kleineichstädt) herab fließenden

 Schmonerbach überquert haben, fahren wir zuerst hinein nach GROCKSTÄDT

[Geschichte:

Östlich des Ortes sind Reste einer jung bronzezeitlichen Siedlung zu den Schmoner Hängen hin gefunden worden,

während der Ort und die Kirche 1179 als „Brokenstede“ von Papst Alexander III erstmals urkundlich erwähnt wurde.

Kurz vor Aussterben der Edlen Herrn von Querfurt erhielt Brun 1481 mit der Vogtei über das Quedlinburger Stift auch die Herrschaft über Grockstädt.

Da sich einige hiesige Anwohner beim Bauernaufstand im Mai 1525 an der Zerstörung

des Klosters Eilwardesdorfs im Mönchstal bei Querfurt beteiligten, ist ihnen eine harte Geldstrafe auferlegt worden.]

Über die querende „Straße der Freundschaft“ kommen wir direkt  zu das höher gelegenen Kirchengelände zu.

Bevor der Friedhof in der Neuzeit außerhalb des Dorfes nach Westen verlagert wurde, war das die Kirche umgebende Gelände durch die

Bestattungen von Jahrhunderten derart emporgewachsen, dass großformatige Grabsteine rechtwinklig zerhauen und

umgekehrt als Treppenstufen zweckentfremdet wurden, wie bei Nachgrabungen festgestellt wurde.

Einige Exemplare konnten geborgen werden und werden an der Süd- und Westseite vor Regen gesichert aufbewahrt.

Dahinter erhebt sich die kleine Dorfkirche

 Zur Heiligen Dreieinigkeit/ St. Michael.

Ein Vorgängerbau im heutigen Ostteil ist 1179 erstmals urkundlich erwähnt worden und könnte mit einem im Kern romanischen Chorturm als Kapelle aus vorreformatorischer Zeit gestammt haben, worauf  vermauerte romanische oder  gotische Fenster

an der östlich gelegene Apsis von ca. 1481 hinweisen.

Mit flacheckigen Fensteröffnungen wurden dagegen bei der grundlegenden Erneuerung von 1721 das rechteckige

Kirchenschiff und der obere Teil des quadratischen Turms von 3,25 m versehen, dessen einstige Zwiebelkuppelhaube momentan ersetzt wird.

An der uns zugewandten Südwand ist teils zerstörtes Bleiglas in den Fenstern restauriert worden,

wobei eine Darstellung eines flammenden Herzens auffällt.

Über dem Türsturz ist auf Sandsteinplatte unter Wappenschild mit gekreuzten Kursschwertern

und Monogramm eine Inschrift von kalligrafisch feiner Fraktur zu lesen:

„Durch die Gnade Gottes ist der Heiligen Dreieinigkeit zu Ehren unter dem

großmächtigsten OberHaupt des Churfürstenthums Sachsens Herrn Hrn. Friederich

Augusto König in Pohlen und Churfürsten etc. etc. und dem Durchlauchtigsten Landes-Fürsten und Hrn. Christiano,

Herzog zu Sachsen, Jülich etc. etc. dießes Gottes-Hauß von Grund aus wieder erhoben worden durch die Direction des damahligen Pfarrers, Hrn. M. Johann Mattaei Wagners von Hoff aus dem Voigtlande und der aus der Vereine verordneten Baumeister Elias Tangens und Meister Hanß Wilhelm Zahns Anno 1721.“

Im Inneren sind ein bescheidener steinerner Kanzelaltar mit korinthischen Pilastern aus dem frühen 18. Jh. und unter der Holztonnendecke auf der oberen von zwei hölzernen Hufeisenemporen die deutlich schmaleren Sitzbänke für das Gesinde sowie kyrillische Inschriften zu besichtigen.

Vom Glockenturm aus hat man einen schönen Blick auf das Grockstädt unterhalb der Schmoner Hänge und das Läuten der Erfurter Glocke von 1615 haben sich Dorfbewohner inzwischen selbst beigebracht.

Wieder auf der „Straße der Freundschaft“ nehmen wir auf ansteigendem Asfalt den einzigen Ortsausgang westwärts,

passieren rechter Hand den neuen Friedhof und überqueren den stillgelegten Bahnübergang kurz vor der querenden B 250 .

©Erdmann2007

Spendenkonto
Saalesparkasse
IBAN: DE25 8005 3762 3740 0047 29
BIC:   NOLADE21HAl
 
Volksbank Halle (Saale) eG
IBAN: DE49 8009 3784 0008 1037 71   
BIC:   GENODEF1HAL
Vorstand

Vorstandsvorsitzender

Axel Lorenzen

Kassenwart

Wiete Lorenzen